Der Kommunalgardist: Friedrich Alexander Gontard

Friedrich Alexander Gontard (1810 – 1849) stammte aus einer Frankfurter Hugenottenfamilie. Anfang der 1830er Jahre ließ er sich in Leipzig als Seidenhändler nieder und wurde wenig später Konsul für Frankfurt und Baden. Wie es für alle männlichen Bürger verpflichtend war, diente auch Gontard der Leipziger Kommunalgarde, diese ist aus den Septemberunruhen 1830 innerhalb der Zeit des Vormärz hervorgegangen.

Die Kommunalgarde als städtisch angeordneter Zusammenschluss von bewaffneten Männern entwickelte sich auch in anderen sächsischen Städten zu einer etablierten Instanz mit festen Hierarchien. Angesichts der weit verbreiteten Unruhe war dies ein geschickter Schachzug der Obrigkeit: So waren es die Bürger selbst, welche die öffentliche Ordnung kontrollierten und durchsetzten. Zwar setzte sich die Leipziger Kommunalgarde für die Reichsverfassung ein und stand vermeintlich auf Seiten der Revolution, kämpfte jedoch als erste schwarz-rot-gold tragende Bürgerwehr in den Maiunruhen 1849 ebenso gegen die Aufständischen.

Für Gontard als Hauptmann der Kommunalgarde nahm sein Leben ein unschönes Ende: Ausgelöst durch Straßenkämpfe in Dresden kam es Anfang Mai 1849 auch in Leipzig zu gewaltsamen Aufständen. Mit nur 38 Jahren wurde Gontard in der Nacht vom 6. zum 7. Mai 1849 erschossen.

Insgesamt verloren fünf Menschen bei den Märztagen in Leipzig ihr Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.