loading

Revolution 1848

Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark

Inmitten des beliebten Berliner Gleimviertels im hippen Prenzlauer Berg liegt der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. 1904 der erste Spielort des Fußballclubs Hertha BSC Berlin und in der DDR-Zeiten Austragungsort von Großveranstaltungen wie den Weltjugendspielen (1951), wurde das Sportgelände 1952 durch den Ost-Berliner Magistrat in Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Die Umbenennung sollte anlässlich seines 100. Todestages den Revolutionsanhänger und Sportförderer Friedrich Ludwig Jahn ehren. Heute fordert eine Initiative die Umbenennung.

Seit 2011 fordert die Initiative „Sport ohne Turnväter“, dem Jahn-Sportpark einen neuen Namen zu geben. In die Kritik nimmt der Zusammenschluss Jahns Buch „Deutsches Volksthum“ (1808). Dort äußerte sich der als Turnvater bekannte Revolutionsfreund Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) chauvinistisch und antisemitisch. Dies, so die Initiative, passe nicht zu dem Bild eines weltoffenen Berlins, in der vor Ort Veranstaltungen wie die Respect Gaymes ausgerichtet werden.

2018 schloss sich die Bezirksverordnetenversammlung des Bezirks Pankow der Forderung an. Der Berliner Senat solle sich für eine Umbenennung stark machen. 2019 lehnte der Senat die Forderung, den Park zum Beispiel nach dem jüdischen Verleger und Sportförderer Rudolf Mosse (1843-1920) zu benennen, jedoch ab. Die von den Kritiker:innen angeführten Stellen in Jahns Texten seien Fälschungen, hieß es aus Wissenschaftskreisen. Die Person Jahns solle jedoch im Rahmen der Umgestaltung des Sportparks kritisch beleuchtet werden.

Dabei geriet die Umgestaltung selbst in die Kritik. Anwohner:innen protestieren heute gegen die Umbaupläne. Insbesondere stehen der Stadionneubau und das Fällen von Bäumen in der Kritik. Auch wird befürchtet, dass durch die entstehende Baustelle das dortige Sport- und Freizeitangebot jahrelang entfallen könnte.